In der Klasse wird erarbeitet, wie Rausch und Risiko auf Menschen wirken und wie individuell unterschiedlich sie damit umgehen. (Vgl. auch Infoblätter für Lehrpersonen 1.3.B und 1.3. C ).

Gründe bzw. Motive fürs Rasen erkennen. Alternative Risiko- und Rauscherlebnisse thematisieren. Risikokompetenz fördern.


Theorie zum Umgang mit Rausch und Risiko (15’): Vereinfachte Version von „6 Verhaltenstypen...“ (Infoblatt für Lehrpersonen 2.6. ) aus konzentrischen Kreisen an Hellraumprojektor oder Tafel aufbauen.
Ein Leben ganz ohne Risiko ist nicht möglich, aber auch nicht wünschbar. Aber es gilt, sein Risiko zu kalkulieren!
„Checkliste“ für riskante Erlebnisse austeilen und mit Beispielen von SchülerInnen besprechen (Arbeitsblatt 3.5.A ).

Folgerung/Zusammenfassung: Die Bedürfnisse, die hinter dem Rasen stehen (inkl. Rausch), sind (besonders für Jugendliche) legitim. Das ist ja die zentrale Aussage des Projekts, aber Rasen ist ein absolut ungeeignetes Mittel, diese zu erfüllen! Es gilt, sich diese Bedürfnisse auf nicht fremd gefährdende, phantasievolle, abwechslungsreiche Art zu erfüllen.

Im besten Falle können die SchülerInnen selbst diese Erkenntnis formulieren. Hierzu könnte dienen, Rauscherlebnisse nach ihrem Rausch- und Risikogehalt einzuschätzen und zu vergleichen.

So könnte mit der Klasse an der Wandtafel als Diskussionsgrundlage eine Tabelle erstellt werden (Arbeitsblatt 3.5.A ).

Anmerkungen / Erfahrungen: Die theoretischen Konzepte zu Risikokompetenz sind ev. etwas zu hochschwellig. Immer wieder sollte Bezug zu persönlichem Erleben hergestellt werden. Die Kernaussage, dass Rausch und Risiko nicht per se schlecht sind, sondern dass es darauf ankommt, wie man diese Bedürfnisse befriedigt, scheint allerdings angekommen zu sein.

Sinnvollerweise im Anschluss an 3.4.:

Jungs Mädchen
Plenum (25’)
Wieso rasen trotz offensichtlichem Risiko?
Schülermeinungen an Tafel in drei Dimensionen sammeln und auf Tafeln notieren:
1. Risiko (Neugier, Grenzen erweitern, ans Limit gehen, Rekorde...)
2. Rausch (aus sich treten, „Zeit und Raum manipulieren“, Flow erleben...)
3. Soziale Aspekte (Achtung, Respekt...)
Fragen für die Diskussion im Plenum oder in Gruppen
Zu 1.: Risiko ist nicht nur schlecht, das Wort bezeichnet Ereignisse mit Ungewissem,
also durchaus auch positivem Ausgang. Kennt ihr jemanden der/die durch grosses
persönliches Risiko „die Menschheit“ weitergebracht hat? Notieren in Heft: wer? was?
Risiko? Ertrag? -> Beispiele nennen.
Unterschiede zum Risiko beim Rasen?
(Einmaligkeit bzw. Neuartigkeit, Einfallsreichtum, keine Fremdgefährdung....)
Unterschiede zum Mitfahren in einem Auto, das von einem jungen Mann gelenkt wird.
Zu 2.: Rausch bzw. Flow: Kennt ihr kleine, feine Rauscherlebnisse in eurem Alltag?
(Lachanfall, verliebt, déjà-vu, Chilbi, Sonnenaufgang...) Sammeln und möglichst genau beschreiben lassen, was daran Lust, was Angst macht. Was ist typisch für rauschhaftes Erleben?
Zu 3.: Weshalb sind gewisse Risiken mit sozialer Achtung, andere mit sozialer Ächtung
verbunden? Welche hochriskanten Berufsgruppen geniessen grosses Prestige?