„Kleine Räusche“ erleben. Verschiedene Übungen im Freien oder in der Turnhalle.

„Kleine Räusche“ erleben. Verschiedene Übungen im Freien oder in der Turnhalle.

Verschiedene Übungen im Freien oder in der Turnhalle zur sanften „Bewusstseinsveränderung“. Alle diese Übungen müssen sorgfältig angeleitet werden, weil bei nicht verantwortungsvollem Umgang der Schülerinnen miteinander durchaus Unfälle passieren können! JedeR SchülerIn muss die Möglichkeit haben, auch nicht mitzumachen (besonders bei Bsp. 3 oder noch „Gefährlicherem“.) Nach jeder Übung ist es wichtig, das Erlebte zu besprechen und ganz am Schluss der Fantasie für weitere Beispiele ihren Lauf zu lassen.


1. Rückwärts gehen (10’): In Zweiergruppen läuft eine SchülerIn rückwärts, der/die Andere dirigiert mit Worten. Nach 5 Minuten wechseln.

2. Tatzelwurm (5’): Eine Gruppe von SchülerInnen hält sich an den Schultern. Nur der/die Vorderste hat die Augen offen und führt seine MitschülerInnen fürsorglich aber wortlos über Hindernisse. Nach einer Minute geht der/die Führende an den Schwanz des Tatzelwurms,
bis alle geführt haben.

3. Fall rückwärts (15’): „Pendel“ Ein(e) Schüler(in) macht sich steif und lässt sich wie ein Pendel im Kreis herumreichen. Die Füsse bleiben am Boden, 6-8 KollegInnen (gleichgeschlechtlich) stossen leicht an den Schultern ab, damit das Pendel sanft kreisen bzw. hin- und herschwanken kann. Dabei kann das Pendel die Augen auch geschlossen haben. Eine SchülerIn stellt sich auf ein 50-100cm hohes Objekt und lässt sich rückwärts fallen. 8 MitschülerInnen fangen sie mit vereinten Kräften auf ihren Armen sanft auf. Als Vorübung sind einfachere Übungen sinnvoll, zum Beispiel kann die gleiche Übung vom Boden aus durchgeführt werden.


Diese Übungen erfordern Disziplin und klare Regeln, damit das nötige Vertrauen entstehen kann. Anschliessend im Klassenzimmer noch einmal festhalten, was die wichtigsten Unterschiede zwischen solchen „harmlosen“ Rausch&Risiko-Erlebnissen und Rasen sind (Fremdgefährdung, Kalkulierbarkeit, schlimmstmögliche Folgen, auftretende Kräfte, „legales“ Setting mit klaren Regeln).

These: Rasen ist eine weit verbreitete Ersatzhandlung, wenn jemand keine besseren Möglichkeiten hat, seine Bedürfnisse nach Rausch, Risiko und sozialem Status zu befriedigen.

Ideal wäre für diese Sequenz natürlich das Setting eines Klassenlagers, wo bei ausreichender Zeit viel nachhaltiger beeindruckende Erlebnisse möglich wären (Abseilen, Nachtwanderung, „Party“ in einem völlig dunklen Raum à la Blinde Kuh, Übernachten in der Schneehütte...).

Wichtig bei den beschriebenen Beispielen ist nicht nur das „riskante Erleben“ der „Blinden“ sondern auch die Übernahme von Verantwortung durch den/die, welche führt oder auffängt. Vertrauen als Basis für Risikobereitschaft, wobei überprüft werden muss, ob angesichts des Risikos das Vertrauen eingegangen werden kann.Bei Beispiel 3 ist genaue Instruktion wichtig. Wie müssen die „Fänger“ stehen? Wer gibt das Kommando? (Der/diejenige welche fällt! Bereit? – Ja – ok, ich komme). Wichtig: Beim Fallen Blick nach oben/hinten und Knie und Becken gestreckt, wie ein Brett fallen, nicht wie ein Sack! Die Übungen können auch einzeln in andere Lektionen eingestreut werden.


  • Genügend Platz