Das Lehrmittel „Speed“ setzt bei der Zielgruppe der potentiellen Raser und deren MitfahrerInnen im “Hier und Jetzt“ an. Die Verhaltensweisen, Haltungen und Männlichkeitsvorstellungen, die zu Rasen führen, entstehen jedoch lange bevor man den Führerschein erhält oder ein eigenes Auto besitzt. Folgende Anzeichen zur Gefährdung zeigen männliche Jugendliche schon in der Oberstufe:

  • Eine Vorliebe zu Risiken und gefährlichem Fahren, Sport und Extremverhalten.
  • Das Bedürfnis, Mut zu beweisen bzw. Angst zu erfahren und zu überwinden.
  • Hunger nach hoher Geschwindigkeit, gleich ob als Beifahrer im Auto, als Velo-,,„Töffli-“, Gokartfahrer oder als „Rennautogamer“.
  • Eine Faszination für Stärke, Leistung und Konkurrenz, oft als Kompensation für Misserfolge oder seelische Verletzungen in anderen Bereichen.
  • Eine Tendenz zur Eingliederung in Gruppen von jungen Männern mit ähnlichen Vorlieben.
  • Verteidigung oder Aufrechterhaltung einer männlichen Ehre.

Ziel: Mit der schulischen Präventionskampagne „Speed – Ist Rasen männlich?“ sollen Männermythen, die zum Rasen führen, taugliche Gegenmodelle entgegengesetzt und damit eine nachhaltige Prävention ermöglicht werden. Mädchen und Buben sollen lernen, gesund mit Risikoverhalten bei sich selber und bei KollegInnen umzugehen. Dabei geht es bei Jungs meist um die Rolle als Lenker und Mitfahrer, bei Mädchen eher um die Rolle als Mitfahrerin. Ein weiteres Ziel kann darin bestehen, Projektunterricht in der Klasse anhand eines spannenden Themas umzusetzen.

"Eine möglichst hohe Nachhaltigkeit wird besonders durch eine jugendgerechte Ansprache sowie die Wiederholung verkehrserzieherischer Inhalte innerhalb verschiedener Lernkontexte im Sinne eines umfassenden Lernens begünstigt".

(Aus dem Positionspapier der Expertengruppe, Fonds für Verkehrssicherheit).

Material: Es gibt gute Filme und Unterlagen zu diesem Thema – es wird jeweils in den Lektionen darauf hingewiesen. Manche müssen vorbestellt werden. Deswegen tun Sie gut daran, die Lektionsvorschläge ein paar Wochen im Voraus zu begutachten. Das Lehrmittel ist in vier Kapitel unterteilt. In jedem Kapitel finden Sie detaillierte Lektionsvorschläge.

Die Tabellen ermöglichen Ihnen eine schnelle Übersicht. Der Aufbau der Kapitel wurde entsprechend einem sinnvollen Projektaufbau gewählt. Nachdem in einem ersten Teil Einführungen ins Thema „Gender“ vorgestellt wurden, beinhaltet der 2. Teil eine Annäherung ans Thema „Rasen“. Der 3. Teil vermittelt, auf welche Art Informationen und Facts zum Thema Rasen vermittelt werden können. Der 4. Teil gibt Anregungen und Hilfestellungen zur Projektarbeit. 

Die bisherigen positiven Erfahrungen der Schulprojekte von "Speed" und die grosse Resonanz der Wettbewerb 07 und 09 zeigen, dass Schüler/innen sich gerne auf das Thema Verkehrserziehung einlassen, wenn

- sie bei ihrer Lebensrealität als Mädchen und Jungs angesprochen werden,

- nicht mit dem mahnenden Zeigefinger operiert wird,

sie partizipieren können.

Im Rahmen der Projektarbeit werden Produkte von SchülerInnen für SchülerInnen entwickelt. Diese Form der Partizipation ermöglicht es, auf aktuelle und stimmige Weise mit der Zielgruppe in Kontakt zu treten. Die SchülerInnen lernen durch die Auseinandersetzung mit den Themen „Risikoverhalten“, „Rasen“ und „Geschlechterrollen“. Dadurch werden sich alle ihrer Haltung zum Thema bewusst, kennen Folgen wie auch Möglichkeiten des „Widerstehens“. Die Produkte können ausgestellt werden. Erfahrungen zeigen, dass verschiedenste Organisationen Interesse an öffentlich wirksamen Produkten haben. So könnten Ausstellungen nicht nur im Schulhaus, sondern auch im kantonalen Strassenverkehrsamt oder auf dem Polizeiposten organisiert werden. Es ist vorgesehen jährlich die besten Arbeiten zu prämieren.

Infos auf www.ist-rasen-maennlich.ch